Entweder – oder

Realität ist wie ein schlechtsitzender Anzug. Ich fühle mich darin nicht wohl. Mit großer Verwunderung nehme ich wahr, dass andere diesen schlechtsitzenden Anzug tragen als wären sie damit geboren worden. Für sie ist Normalität, für sie ist Funktionieren der Ausgangspunkt, wohingegen es für mich immer ein Ziel bleibt, woraufhin ich meine Handlungen ausrichte…. Ich muss mein Funktionieren in dieser Welt, mit dieser Welt und ihren Menschen, immer erst mühsam herstellen, muss es mühsam wieder aufbauen, wenn es beschädigt und enttäuscht wurde…

Vor wenigen Tagen las ich einen Ausspruch des Schriftstellers Charles-Ferdinand Ramuz: „Die Dinge, die ich liebe, lieben sich untereinander nicht.“ Auch das ist das Problem: ich trage zu viele einander widersprechende charakterlichen Dispositionen in mir… ich will beruflich erfolgreich sein, und belächle mich dabei, ja fühle mich regelrecht schuldig angesichts eines möglichen „Gelingens“… ich will asketisch und diszipliniert leben und doch auch die wohlig-wüsten Freuden des ausschweifenden Vergessens nicht missen… Ständig beobachtet mich ein anderes meiner Iche… und ständig fühle ich mich falsch… weil die Dinge, sich untereinander nicht mögen…

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