Und sanft im Nachtglanze schwimmend

„Die Nacht steht empor dunkeläugig und weich, vom bleichen Sternenhimmel endlos überwölbt. Verschattet schläft der Talung Weidegrund. Ringsum ragen die Hänge gerundet und schwarz wie ruhende Riesenflügel. Wohltuend umspült vom Atem der Nacht geh ich still den Weiler entlang. Von den Büschen und Wiesen her eintönig und beharrlich der Grillen surrender Nachtgesang. Dazwischen der hohle Käuzchenruf vom Walde her. Vereinzelt noch an den schlummerstillen Gehöften ein müd schimmerndes Fenster, wie ein Wachen der Stille. Und sanft im Nachtglanze schwimmend ein grenzenloser Friede überall. Der hüllt auch meine Seele ein, dass sie selber Nachtglanz wird und träumender Weidegrund und Stille. – Mein Nachtgebet.“

(Aus: Carl Dallago: Das Buch der Unsicherheiten)

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2 Antworten zu Und sanft im Nachtglanze schwimmend

  1. Löwenherz schreibt:

    Worum geht es in dem Buch?

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  2. kersher schreibt:

    Das Buch ist von 1911. Im Untertitel heißt es noch „Streifzüge eines Einsamen“. Es enthält nur zu einem kleinen Teil Naturschilderungen, die aber alle recht ansprechend sind und die ich auch erst heute Vormittag für mich entdeckt habe. Ansonsten viele Aphorismen, kurze Essays, Theologisches, Philosophisches. Es liest sich ein bisschen wie ein Blog ;o)
    Aber durchaus eine interessante Persönlichkeit dieser Dallago. Hatte es nicht leicht im katholischen Tirol von vor über 100 Jahren.
    Lg und dank‘ dir für Kommentar!

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